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"Die Anarchie ist das Leben der Menschen, die dem Joche entronnen sind"

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Die DadA-Buchempfehlung

Buchcover: 978-3731610953 Proudhon-Die literarischen Majorate.png
Titel: "Die Anarchie ist das Leben der Menschen, die dem Joche entronnen sind"
Untertitel: Gustav Landauer in Berlin 1889-1917. Ausstellungskatalog
Editoriales: Herausgegeben von der Gustav-Landauer-Denkmalinitiative.
Verlag: Gustav-Landauer-Denkmalinitiative
Erscheinungsort: Berlin
Erscheinungsjahr: 2019
Umfang, Aufmachung: 59 Seiten, Klammerbindung.
Preis: 5,00 EUR
Direktkauf: bei aLibro, der Autorenbuchhandlung des DadAWeb

Besprechung

Gustav Landauer zu Ehren

"Endlich!", möchte man ausrufen, erfährt Gustav Landauer in Deutschland etwas Aufmerksamkeit – dafür brauchte es immerhin den 100. Todestag des libertären Sozialisten. Dabei ist das Spektrum der Aktivitäten Landauers so zahlreich, wie bei kaum einen anderen politischen Aktivisten seiner Zeit.

Eine kleine aber feine Ausstellung im Rathaus Kreuzberg vom 28. März bis 9. Mai 2019 eröffnet eine ganze Reihe von Aktivitäten rund um den 100. Todestag Landauers am 2. Mai in Berlin. Eine Handvoll Anarchisten hatte sich Anfang 2015 mit der Gründung der "Gustav Landauer Denkmalinitiative (Berlin)" vorgenommen ein Landauer-Denkmal als einen "Denkort für Freiheit und Selbstbestimmung" zu errichten. Wie immer bei solchen Vorhaben – mal abgesehen von notorischem Geldmangel – sind die Hürden oft hoch und der Wege dahin steinig. Aber sie haben viel erreicht.

Für das Denkmal soll jetzt bis zum 150. Geburtstag Landauers am 7. April 2020 ein dauerhafter Standort gefunden werden. Bis dahin wurde erst mal eine Ausstellung realisiert, die professionell gemacht, einen hervorragenden Überblick über das Leben und die Aktivitäten Landuers bietet. Zu dieser Ausstellung ist zeitgleich ein kleiner Katalog erschienen, der die 24 Tafel der Ausstellung wiedergibt und z.T. um erweiterte Texte ergänzt wurde.

Gustav Landauer (1870-1919) gehört sicherlich nicht zu den lautesten der libertären Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, aber mit Sicherheit zu den profiliertesten. Und was wohl weniger bekannt ist, ist, dass Landauer in der Zeit von 1889-1917 – also die längste Zeit seines Lebens in Berlin tätig war. Die meisten verbinden Gustav Landauer mit seiner kurzen Zeit in München während der Räterepublik als Volksbeauftrager, der nach der Niederschlagung der Revolution durch Freikorps-Schergen nach seiner Verhaftung brutal erschlagen wurde.

Aber Landauer war mehr als nur ein politischer Aktivist. Er war Schriftsteller, Übersetzer, Philosoph, Redakteur, Essayist, Pazifist und Theoretiker eines libertäre Sozialismus, der aufbauend auf einen wissenschaftlichen, ethischen Anarchismus von Peter Kropotkin sich auch mit einer freiheitlichen Pädagogik beschäftigte, ebenso, wie die "Volksbühnenbewegung" unterstützte und förderte und den Genossenschaftsgedanken vorantrieb.

Es bedarf wahrlich dieser 24 Ausstellungstafeln, die sich thematische mit den unterschiedlichsten Gebieten beschäftigen, in den Landauer bis in unserere Zeit hinein wirkt. Autor*innen unterschiedlicher Provinence haben sich hier zusammengefunden und die – zugegeben etwas textlastigen Tafeln – zu erstellen, was die Ausstellung sehr reizvoll macht und dokumentiert, dass ein anarchistisches Thema auch über die eigene Szene hinaus von Interessen sein kann. Hierfür gebührt der Denkmalinitiative ein großes Lob, denn oftmals ist selbst innerhalb der libertäre Szene es nicht einfach alle wichtigen Menschen in ein Projekt zu vereinen.

Einen kleinen Wermutstropfen hätte ich aber noch – selbst wenn der nicht schwerwiegend ist: Ich hätte mir einen von der Aufmachung her schöneren Katalog gewünscht, vielleicht in Zusammenarbeit mit einem Verlag, der mehr Möglichkeiten gehabt hätte ein äußeres Erscheinungsbild besser zu realisieren. Aber: Der Katalog selbst ist natürlich auch ein Ausdruck der beschränkten finanziellen Möglichkeiten, die die Denkmalsinitiative hat, und dafür ist er gut gelungen. Die Hoffnung, dass es in Berlin ein Denkmal für die libertäre Idee gibt erscheint realistisch und ist längst überfällig. Und dafür gebührt der beharrlichen Initiave der größte Respekt und Dank.

Jochen Knoblauch



INHALT

Vorwort [11]
Einleitung von Götz Albrecht von Olenhusen [13]
Editorische Notiz [21]

PIERRE-JOSEPH PROUDHON: DIE LITERARISCHEN MAJORATE [23]

Vorwort [25]

Die Literarischen Majorate [29]

ERSTER TEIL: ÖKONOMISCHE BEWEISFÜHRUNG [41]
§ 1. -Die Fragestellung. [41]
§ 2. -DEFINITION: Unter wirtschaftlichem Gesichtspunkt ist der Autor ein Produzent und sein Werk ein Produkt. - Was versteht man unter produzieren? Das Wesen menschlicher Produktion [42]
§ 3. - Recht des Produzenten an seinem Produkt. - Darüber, daß die Vorstellung von Produktion nicht die von Eigentum einschließt. [47]
§ 4. - Über den Tausch von Produkten. - Darüber, daß Eigentum nicht aus Tauschbeziehungen entsteht [50]
§ 5. - Schwierigkeiten, die dem Tausch geistiger Erzeugnisse eigentümlich sind. [55]
§ 6. - Klärung der Autorenrechte. [59]
§ 7. - Klarstellung einiger Schwierigkeiten [ [64]
§ 8. - Über Kredit und Kapitalien. - Darüber, daß die Vorstellungen von Sparen, Kapital, Leistung, oder Stille Gesellschaft nicht zu derjenigen eines literarischen Eigentums analog zum Grundeigentum fuhren und keinen Anlaß zu einer zeitlich unbegrenzten Rente geben können [70]
§9.- Über das Eigentum und die Persönlichkeit. [79]
§ 10.- Zusammenfassung der Diskussion: Davon, daß die Regierung weder das Recht, noch die Macht hat, ein literarisches Eigentum zu schaffen [100]

ZWEITER TEIL: MORALISCHE UND ÄSTHETISCHE ÜBERLEGUNGEN [103]
§ 1. - Von der Unterscheidung zwischen verkäuflichen und unverkäuflichen Dingen [103]
§ 2. - Über die Religion [105]
§3.- Über das Recht. [106]
§ 4.- Über Philosophie und Wissenschaft. [108]
§5.- Über Literatur und freie Künste [112]
§ 6. - Warum gewisse Produkte und Dienstleistungen nicht zu verkaufen sind: Ursachen des literarischen Söldnertums [118]
§ 7. - Ohnmacht der Politik. [ [123]
§ 8. - Kaufmännische Unordnung: Zu Beruf und Ware gemachte]
Philosophie, Literatur und Kunst. [131]
§ 9. - Verfall der Literatur unter dem Einfluß des literarischen Söldnertums. Vorausgesehene Veränderung. [140]

DRITTER TEIL: GESELLSCHAFTLICHE FOLGEN [149]
§ 1. - Wie Revolutionen beginnen und wie sie scheitern [149]
§2.- Der Geist des Gesetzes zum literarischen Eigentum [159]
§3.- Aneignung des geistigen Eigentums. [164]
§ 4. -Fortführung des gleichen Themas: Feudalisierung, Aufkauf, Günstlingswirtschaft. [169]
§5.- Periodische Publikationen [173]
§ 6. - Über eine Steuer auf das literarische Eigentum [177]
§ 7. - Einrichtung des gewerblichen Eigentums nach dem Muster des literarischen Eigentums; Wiedereinführung von Meisterrechten und Zünften [182]
§ 8. - Einfluß des literarischen Monopols auf das öffentliche Wohl [190]
§ 9. - Allgemeine Zusammenfassung: Nochmal das Eigentum [196]

ANHNAG:
Anhang 1 [203]
Anhang II [211]
Anhang III [213]
Anhang IV. [215]



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