Franz Jung

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Lexikon der Anarchie: Personen


Franz Jung, Mitte der 1920er Jahre

Franz Jung, geb.: 26. November 1888, Neiße (Oberschlesien, jetzt: Nysa); gest.: 21. Januar 1963, Stuttgart. Pseudonyme: Joe Frank, Paul Renard, Frank Ryberg, Franz Larsz (Larsch).

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Jung entstammte einer gutbürgerlichen katholischen Familie aus Oberschlesien, der Vater war ein in Neiße angesehener Uhrmachermeister und Stadtrat. Dort besuchte Jung das Gymnasium. 1902 starb im Alter von 23 Jahren Jungs Schwester Clara (vgl. dazu die psychoanalytisch orientierte Interpretation von W. Rieger). Nach dem Abitur 1907 studiert Jung an den Universitäten in Leipzig, Breslau, Jena und München Jura und Nationalökonomie, anfangs auch Musik (bei Max Reger in Leipzig) sowie Germanistik. Eine bei Ludwig Sinzheimer 1911 in München angefertigte Doktorarbeit über Probleme der Zündholzindustrie wurde wegen formaler Mängel nicht angenommen (vgl. die postume Edition durch A. Hansen: Mythen in Tüten).

Bereits 1909 wegen seines "unordentlichen Lebenswandels" enterbt (so das Testament des Vaters, zit. n. F. Mierau, Chronik S. 139), verheiratet sich Jung 1909 mit der Tänzerin Margot Jung, geb. Hader. Beide gehen 1911 nach München, wo sie Anschluß an die Boheme finden (Leonhard Frank, Oskar Maria Graf, Karl Otten und dem Maler Georg Schrimpf. Prägend wird für Jung die Bekanntschaft mit dem anarchistsichen Psychoanalytiker Otto Gross sowie mit dem Schriftsteller, Bohemien und Anarchisten Erich Mühsam. Durch Mühsam findet Jung Beziehung zum Anarchismus: So schließt er sich der "Gruppe 'Tat" an, der 1909 von Mühsam gegründeten Münchner Ortsgruppe des von Gustav Landauer ins Leben gerufenen "Sozialistischen Bundes". Jung nimmt an Sitzungen der "Gruppe 'Tat'" teil und begibt sich 1912 mit anderen Mitgliedern zu Agitationszwecken für vier Wochen zur Hopfenernte in die Holletau (Wolnzach). Zu dieser Zeit beginnt auch Jungs schriftstellerische Arbeit. Bereits sein Erstling, der Roman "Das Trottelbuch" (1912), macht ihn in den Kreisen des Frühexpressionismus bekannt. Es folgt eine Reihe von Erzählungen und Romanen, die ihn rasch zu einem der wichtigsten expressionistischen Erzähler avancieren lassen.

1913 siedelt Jung nach Berlin über, wo er enge Bekanntschaft mit Franz Pfemfert und seinem "Aktion"-Kreis schließt. Hier lernt er auch Cläre Otto (verh. Oehring), kennen, mit der er sich später verheiratet. Als 1913 Otto Gross auf Betreiben seines Vaters, des einflußreichen Wiener Kriminalprofessors Hans Gross, wegen seines unbotmäßigen Lebenswandels in der Landesirrenanstalt Troppau eingesperrt wird, starten Jung u.a. Literaten eine für die junge revolutionäre künstlerische Intelligenz jener Jahre prägende Kampagne zur Freilassung des Inhaftierten. Allerdings wird Gross erst im Juli 1914 wieder für gesund erklärt. Mit Gross hat Jung eng zusammengearbeitet und nach dessen frühem Tod 1920 eine Ausgabe seiner Schriften vorbereitetet, die erst postum erschienen ist (vgl. O. Gross: Von gechlechtlicher Not zur sozialen Katastrophe. Mit einem Textanhang von F. Jung Hrsg. Kurt Kreiler. Frankfurt/M. 1980).

Bei Beginn des 1. Weltkrieges 1914 meldete sich Jung als Freiwilliger, nachdem er noch wenige Tage zuvor nach eigener Aussage an einer syndikalistischen Friedensdemonstration teilgenommen hatte. Ende 1914 wird er fahnenflüchtig, 1915 verhaftet und u.a. im Festungsgefängnis von Spandau (Berlin) inhaftiert. Mitte 1915 freigelassen, arbeitet Jung als Handelsjournalist und ist Hrsg. bzw. Mithrsg. der für den Expressionismus und später den Berliner Dadaismus wichtigen Zeitschrift "Freie Straße". Im Umkreis des "Aktion"-Kreises hat er seit 1917 Kontakt zum Spartakusbund in Berlin, dessen illegalen Aktivitäten er unterstützt. Im Revolutionsjahr 1918 ist Jung in Sachen Dadaismus aktiv, er nimmt sein Studium wieder auf, agitiert für Spartakus und schaltet sich seit dem November 1918 aktiv in das Berliner Revolutionsgeschehen ein. So halten Jung und der sozialistische Schriftsteller und Publizist Georg Fuchs am 9.11.1918 für einen Tag Wolffs Telegraphenbüro besetzt. Mitte Januar 1919 ist Jung an den Kämpfen im Berliner Zeitungsviertel beteiligt. Zur selben Zeit tritt er der neugegründeten KPD bei, er ist vielfältig publizistisch tätig, u.a. für die "Aktion", die Berliner "Räte Zeitung", die "Russische Korrespondenz" und die "Kommunistische Arbeiter-Zeitung".

Zusammen mit der 'linken Opposition' wird Jung auf dem Heidelberger Parteitag aus der KPD ausgeschlossen. Er gehört 1920 zu den führenden Mitbegründern der linkskommunistischen KAPD und deren Kampforganisation (KO). In ihrem Auftrag fährt er 1920 als Delegierter zusammen mit Jan Appel auf abenteuerlichem Wege (Kaperung eines Schiffes) nach Moskau, um Kontakte mit der neugegründeten Kommunistischen Internationale zu knüpfen. Seit seiner Rückkehr wegen Jung wegen der sog. Schiffsraubaffäre polizeilich gesucht, 1920 verhaftet, 1921 aber gegen eine von der Sowjetregierung gestellten Kaution auf freien Fuß gesetzt. Bei den Märzkämpfen 1921 ist Jung in Mitteldeutschland und für die KAPD aktiv (Kontakte zu Bela Kun, Max Hoelz und Karl Plättner). Von der KAPD löst sich Jung vor allem wegen des antisowjetischen Kurses der Führung, den er so nicht teilt. Zu dieser Zeit entstehen, zumeist in der Haft, zahlreiche proletarisch-revolutionäre Erzählungen, Romane und Theaterstücke - frühe experimentelle Zeugnisse einer Literatur im Klassenkampf und für das Proletariat.

Nach der Niederschlagung des mitteldeutschen Aufstandes werden Franz und Cläre Jung in den Niederlanden, wo sie sich Mitte 1921 auf der Durchreise nach England befinden, verhaftet. Trotz eines deutschen Auslieferungsbegehrens kann Jung von Holland aus nach Sowjetrußland ausreisen, wo er mehr als zwei Jahre in verschiedenen Funktionen arbeitet: in der IAH und in der Produktion, insbesondere beim Aufbau einer Fabrik in Petrograd und einer Zündholzfabrik in Tschudowo bei Nowgorod (vgl. seinen Bericht "Geschichte einer Fabrik", 1924, in: Werke. Bd. 5). Aufgrund von bisher nicht restlos geklärten Umständen bricht Jung Ende 1923 seinen Aufenthalt in Sowjetrußland ab und kehrt nach Deutschland zurück, wo er bis zur Amnestie von 1928 illegal unter dem Namen Larsz lebt.

Buchcover von Franz Jung: Proletarier (Berlin: Malik-Verlag, 1921). Umschlaggestaltung: George Grosz

Seit dieser Zeit - die in der Weimarer Republik das Ende der revolutionären Auseinandersetzungen markiert und mit dem Ende der Inflation den Beginn der 'relativen Stabilisierung' - löst sich Jung von der organisierten Arbeiterbewegung. Er arbeitet als Handelsjournalist für verschiedene Korrespondenzen - eine Tätigkeit, die er sein Leben lang immer wieder ausübt -, und er versucht in den 20er Jahren ein literarisches comeback. Er stößt aber nicht mehr auf die Resonanz, die zunächst seine expressionistischen und dann seine proletarisch-revolutionären Werke gefunden haben. Jung widmet sich insbesondere dem Theater, so wird sein Drama "Heimweh" 1928 in der Piscator-Bühne uraufgeführt (in: Werke. Bd. 7). 1931/32 gibt er die Zeitschrift "Gegner" heraus, ein Forum oppositioneller Kräfte gegen den Zeitgeist und den heraufziehenden Faschismus, deren Redaktion 1932 der spätere Widerstandskämpfer Harro Schulze-Boysen übernimmt. Seit dieser Zeit (1931) lebt Jung mit Harriet Scherret zusammen, bleibt aber mit Cläre Jung weiterhin in Verbindung. Cläre Jungs Autobiographie bleibt auch weiterhin eine wichtige Quelle (Cläre M. Jung: Paradiesvögel. Erinnerungen. Hamburg 1987).

Nach der Machtergreifung 1933 pflegt Jung Kontakte zu den 'Roten Kämpfern', einer Gruppe alter KAPisten (u.a. Alexander Schwab). Er wird mit diesen 1936 von der Gestapo verhaftet, im Frühjahr 1937 entlassen. Die Hintergründe dieses Vorgangs sind noch nicht restlos aufgeklärt. Es ist wahrscheinlich, daß Jung aufgrund von Protektion durch die Canaris-Abwehr freigekommen ist. Nach seiner Freilassung gelangt Jung nach Prag, arbeitet dort u.a. für die "Grünen Berichte", die illegalen Deutschland-Berichte der Exil-SPD. Jung geht 1938 in die Schweiz, von dort nach Wien und dann nach Budapest, wo er bis Herbst 1944 als Vertreter einer Baseler Transportversicherung lebt. Auch die Budapester Zeit bedarf noch genauerer Aufklärung. Belegbar ist, daß Jung für die Nationalsozialisten Berichte über die allgemeine und besonders die wirtschaftliche Lage in Ungarn und Südosteuropa angefertigt hat. Gesichert sind auch gleichzeitige oppositionell-antifaschistische Aktivitäten (z.B. Hilfe bei der Durchschleusung von Flüchtlingen). Nach der Machtübernahme durch die ungarischen faschistischen Pfeilkreuzer wird Jung im Oktober 1944 in Budapest verhaftet und entgeht nur durch Zufall der Hinrichtung. Im November 1944 wird er erneut inhaftiert, nach Wien verbracht, kann wiederum fliehen und wird 1945 in Norditalien in das KZ Bozen (Bolzano) eingeliefert.

Nach der Befreiung Italiens findet sich Jung in verschienen Auffanglagern wieder, zuletzt in Neapel; er schlägt sich in Italien bis zu seiner Übersiedlung in die USA 1948 durch. In den USA lebt er zunächst in New York, 1953 siedelt er nach San Francisco über und arbeitet als Wirtschaftskorrespondent und Wirtschaftsstatistiker verschiedener Agenturen und Blätter. Er schreibt auch für europäischer Zeitung, die bis heute noch gar nicht alle ermittelt sind (z.B. "Der Bund" in Bern, "Industrie-Kurier" in Düsseldorf, den "Weser-Kurier" in Bremen, "Stuttgarter Zeitung"). Gleichzeitig bleibt er literarisch aktiv und verfaßt vornehmlich autobiographisch grundierte Berichte, Studien und Erzählungen. 1961 erscheint seine anfangs ohne Erfolg gebliebene Autobiographie "Der Weg nach unten" (Neuausgabe 1972 unter dem urprünglich von Jung vorgesehenen Titel "Der Torpedokäfer").

1960 kehrt Jung nach Europa zurück, geht zunächst nach Paris, überlegt zweitweilig eine Übersiedlung in die DDR, siedelt dann 1961 in die Bundesrepublik über, wo er in seinen letzten Lebensjahren eine Fülle von Projekten startet, u.a. Rundfunksendungen. Er stirbt 1963 in Stuttgarter Krankenhaus an einem Herzinfarkt.

Literarisch-politische Entwicklung

Jung gehört zun jener Generation von Intellektuellen, Künstlern und Schriftstellern, die Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts geboren wurden, die bürgerlich-intellektueller Herkunft waren und entscheidende kulturelle und mentale Prägungen in der Spätphase des erstarrten, durch und durch autoritären Wilhelminismus erfuhren. In München, dann vor allem in Berlin fanden viele dieser Autoren, so auch Jung, jenes Ambiente der Opposition, der Boheme und des antiautoritären Protestes gegen die Vätergeneration, das sie zu Wortführern einer kulturellen, künstlerischen und auch sozialen Veränderung der Verhältnisse werden ließen. Die betont antibürgerliche Lebensweise der Boheme wie die oppositionell-avantgardistischen literarischen Werke der expressionistischen und bald auch dadaistischen Literaturbewegung ließen eine intellektuelle Protestbewegung entstehen, in der es zunächst um die Auseinandersetzung mit der repressiven Welt der älteren Generation der Väter und um Entwürfe einer neuen Welt ging. Thema war aber auch die Aufarbeitung all jener Hindernisse, die einer neuen 'Gemeinschaft' - eingerade für Jung zentrales Stichwort - entgegenstehen. Bei Jung ist es die Auseinandersetzung zwischen den Geschlechtern, die er in seinen (auch autobiographisch angelegten) expressionistischen Prosatexten immer wieder zum Ausgangspunkt derartiger Konzepte macht ("Das Trottelbuch", 1912; "Kameraden...!", 1913; "Sophie", 1915; "Opferung", 1916; "Gnadenreiche, unsere Königin", 1918; "Der Sprung aus der Welt", 1918; "Der Fall Gross", 1920; in: Werke. Bd. 8; und in: Gott verschläft die Zeit).

Jung geht es generations- und epochentypisch um "die Frage nach dem Ablauf der menschlichen Beziehungen, der inneren Beziehungen der einzelnen Menschen miteinander und untereinander", wie er 1929 in einer autobiographischen Notiz formuliert: um "das Warum der Konflikte, der übergroßen Schwierigkeiten, die sich einem freudesteigernden Ausgleich der Individualitäten entgegenstellt" (in: Werke 1/2, S. 9). Von diesem Interesse her erklärt sich auch das bei Jung u.a. zu beobachtende starke Interesse an psychischen Prozessen und psychoanalytischen Deutungen. Daß ein anarchistischer Psychoanalytiker wie Otto Gross gerade in der Boheme eine derartige Resonanz fand, erklärt sich aus dieser Interessenlage. Dagegen war die expressionistische Opposition von der sozialen Bewegung weit entfernt und hatte zu ihr, vor allem zur Arbeiterbewegung, in der Regel zumindest vor dem 1. Weltkrieg keinerlei Kontakt. Berührungen existierten allenfalls hinsichtlich des Anarchismus wie etwa im Kreis um Franz Pfemfert, der in seiner "Aktion" Texte anarchistischer Klassiker abdruckte, sowie über die Ausnahmefigur Gustav Landauers, dessen publizistische und organisatorische Aktivitäten seit der Gründung des "Sozialistischen Bundes" 1908 intellektuelle Anziehungskraft auf die jüngere Generation ausstrahlte.

Kriegserfahrung und Revolutionsereignisse haben die expressionistische Generation politisiert und zum großen Teil in kriegsgegnerische und revolutionäre Aktivitäten gestürzt. Jung gehörte zu den Aktivisten der ersten Stunde, wie die Vielzahl seiner Aktivitäten seit dem November 1918 (und bereits zuvor!) belegt, wie dann schließlich seine ganz exponierte Rolle erweist, die er im linken Flügel der KPD und vor allem bei Konstituierung und Entwicklung der KAPD und des deutschen Linkskommunismus spielt. Dies gilt ebenso für seine Aktivistenjahre in Sowjetrußland und die Berichte darüber ("Reise in Rußland", 1920; "Hunger an der Wolga", 1922; "Der neue Mensch im neuen Rußland", 1924; "Das geistige Rußland von heute", 1924; "Geschichte einer Fabrik", 1924; alle in: Werke. Bd. 5).

Werbeanzeige für die tschechische Ausgabe von Franz Jungs "Proletarier" aus der Prager Zeitschrift "Reflektor".

Jung hat später die die Revolutionsperiode von 1918 bis 1923 in seiner Autobiographie als die "roten Jahre" bezeichnet - gegenüber den "grünen" der frühen und den "grauen" der späteren 20er Jahre. In diesem Jahrfünft hat Jung eine ungemeine Produktivität entfaltet: nicht nur als Propagandist und Aktivist, sondern auch als politischer Publizist und als Schriftsteller und Dramatiker. Das gilt für seine nachexpressionistischen Erzählungen und Romane, die übrigens fast alle ins Russische übersetzt wurden (u.a.: "Joe Frank illustriert die Welt"; "Proletarier", "Die Rote Woche", "Die Kanaker", alle 1921; "Arbeitsfriede", 1922; "Die Eroberung der Maschinen", 1923; alle in: Werke. Bd. 2, 3, 4). Das gilt auch für seine Stücke, die 1920/21 im Berliner "Proletarischen Theater" mit großer Resonanz beim Arbeiterpublikum gespielt wurden ("Die Kanaker", "Wie lange noch", in: Werke. Bd 7), schließlich für die o.g. dokumentarischen Rußlandberichte. Sie machen Jung zu einem frühen und bedeutenden Vertreter einer revolutionären Literatur, die sich der Selbstbewußtseinsentwicklung des Proletariats verschrieben hat, dabei Grundlinien der linkskommunistischen Programmatik folgt und anders als die revolutionäre Arbeiterliteratur der KPD aus den späteren 20er Jahren avancierte ästhetische, avantgardistische Gestaltunsgmittel einsetzt Ablehnung der Heldenpsychologisierung wie im bürgerlich-realistischen Roman, kollektive Helden- und Massengestaltung, 'offene' Spielformen im Theater, Einbeziehung von Leser und Publikum).

Die Reflexion der Möglichkeiten und Bedingungen, 'Gemeinschaft' herzustellen, ist dabei Jungs Hauptanliegen. Er hat dies in einer seiner theoretischen Hauptschriften, der zweibändigen "Technik des Glücks" (1921/23, in: Werke. Bd. 6) ausführlich dargelegt. Hier wird eine Gemeinschaftsutopie entworfen, die Elemente der Gross'schen Psychoanalyse ebenso aufgreift wie eine radikale Kritik am herkömmlichen Arbeitsbegriff und eine "Gemeinschaftsverständigung" antizipiert (Werke Bd. 6, S. 82f.).

Mit Jungs organisatorischer Abkehr von der revolutionären Bewegung und den gewandelten Verhältnissen seit Ende der Revolutionsperiode ändert sich bei und für Jung die literarische Produktion. Seine literarischen und publizistischen Arbeiten, die z.T. ungedruckt blieben, finden sich nun im weiteren Umfeld der 'Neuen Sachlichkeit', ohne allerdings das alte Gemeinschafts-Thema aufzugeben. Es sind Theaterstücke ("Legende", "Heimweh", in: Werke. Bd. 7) und z.T. erst postum edierte Romane und Erzählungen ("Hausierer", erschienen 1931; postum erschienen: "Arbeiter Thomas", "Gequältes Volk", in: Werke. Bd. 3; 10; „Die Verzauberten. Eine Erzählung. Berlin 2000"). In einer Kurzbiographie charakterisiert sich Jung 1929 so: "Mit Trotzki außerhalb der offiziellen Partei" - ohne daß er allerdings als 'Trotzkist' charakterisiert werden könnte (in: Werke. Bd. 11, S. 155). Jung blieb Zeit seines Lebens vielen seiner politischen und literarischen Weggefährten der frühen Jahre verbunden, allerdings nicht wenigen gegenüber mit Distanz oder gar Verachtung, wie seine umfangreiche Korrespondenz (in: Werke. Bd. 9/1) sowie die Autobiographie zeigt, die mittlerweile als bedeutendes intellektuelles Bekenntnisbuch in die Literaturgeschichte eingegangen ist. Seine anderen späten literarischen Arbeiten, vor allem die autobiographisch grundierten Erzählungen (u.a. "Das Jahr ohne Gnade", "Sylvia", in: Werke. Bd. 9/2) sind dagegen weniger bekannt. Jungs späte Essayistik, so seine Analysen des Ketzertums ("Die Albigenser", in: Werke. Bd. 9/2), zeugen nachhaltig von Selbständigkeit und Oppositionsgeist. Wie kontrovers, wie intensiv (und bei den einzelnen Werken unterschiedlich intensiv) und auch wie produktiv sich die Zeitgenossen mit Jungs rund 30 Büchern einschließlich der Theaterstücke auseinandergesetzt haben, verdeutlicht eine Sammlung aller bekannten, zu Jungs Lebzeiten erschienenen Rezensionen, Besprechungen und Theaterkritiken (vgl.: Vom "Trottelbuch" zum "Torpedokäfer". Franz Jung in der Literaturkritik 1912-1963; dass.: Nachträge 1).

Stellung im libertären Spektrum

Berührungen mit dem Anarchismus finden sich allein in Jungs Frühzeit. Bei Jung und seinen Weggefährten läßt sich vor dem 1. Weltkrieg beobachten, wie politische und sozialrevolutionäre Vorstellungen sowohl aus psychoanalytischen wie aus anarchistischen Wurzeln sich speisen, ohne daß aber von einem dezidiert anarchistischen Engagement zu sprechen wäre. Das politische Engagement der expressionistischen Generation in dem Jahrzehnt zwischen 1910 und 1920 war in der Regel viel zu undeutlich, aber auch zu komplex, als daß man von einer einheitlichen Bindung an eine Ideologie oder ein Theoriegebäude sprechen könnte. Anarchististische Theoretiker und Praktiker aus dem Umkreis dieser Bewegung wie Mühsam und Landauer, vielleicht auch Ret Marut/Traven, bildeten die Ausnahme.

Gerade Jung war ein äußerst eigenständiger Geist, der sein Projekt einer neuen Gemeinschaft, seine Gemeinschaftsutopie zwar auch im Rahmen politischer Zusammenhänge konzipierte und zu realisieren suchte, der darin aber nie aufging. Seine immer wieder als "Vorarbeit" (so der Untertitel der von ihm mithrsg. Zeitschrift "Freie Straße" 1915-18) eingestuften Projekte suchen nicht die perfekte Vollendung, sondern in einem dauernden Prozeß der Kritik und Selbstkritik die Auseinandersetzung mit den Rezipienten. Deshalb geht es Jung auch nicht immer und nicht allein um die konkrete Ausführungen seiner Vorhaben, er bricht sie nicht selten mitten in der Ausführung ab. Im Bild vom "Torpedokäfer" umreißt Jung den Versuch, immer wieder ein Ziel anzupeilen - trotz der Erfahrung von "Anprall, Sturz, Kriechen am Boden, sich zurückzubewegen zum Ausgangspunkt, zum Startplatz" (Der Weg nach unten, S. 368). Insofern sind auch Jungs organisatorischen Bindungen nie von Dauer, am stabilsten waren 1920/21 seine Aktivitäten in der und für die KAPD.

Dieses linkskommunistische Engagement bezeugt allerdings ein starkes Eingehen auf subjektive Faktoren in der sozialen Bewegung, wie es in der KAPD-Programmatik von der Notwendigkeit einer Selbstbewußtseinsentwicklung des Proletariats zum Ausdruck kommt und das mit den Spontaneitätsprämissen von Rosa Luxemburg vermittelt ist. Daß Jung sich gerade diesem revolutionären Konzept anschließen und es selbst vorantreiben konnte, ist sicher nicht zufällig und verweist auf die frühen psychoanalytischen wie anarchistischen Ideologeme, die er verarbeitet. Daß Jung wie viele seiner Generation vom Individualanarchismus Max Stirners angetan war, bezeugt seine aufschlußreiche Notiz zu Lektüre von dessen Hauptschrift "Der Einzige und sein Eigentum" während der Haft 1915: "Bei den Abschnitten über 'Liebe' und 'Eid' merke ich erstmalig das Aufdämmern des inneren Schwunges, des in-sich-hinein-getriebenen - zum selbstbezweifelten (bis zu blutender Bitterkeit). Wirken nach außen (Tendenz, Wucht)." (Spandauer Tagebuch, S. 25). Auch an die Lektüre anderer anarchistischer Klassiker wie Bakunin, Kropotkin und Proudhon - zumeist vermittelt durch die "Aktion" - erinnert sich Jung (Der Weg nach unten, S. 79).

Kontakte zu anarchistischen Organisationen lassen sich nur bezüglich der "Gruppe 'Tat'" nachweisen. Dieses Engagement ist allerdings nicht als Übernahme des Landauerschen oder Mühsamschen Anarchismus zu interpretieren, sondern eher als aktivistisches Interesse an einer über die Literatur hinausweisenden Praxis. Jung hat sich z.B. explizit gegen das zentrale anarchistische Theorem von der Abschaffung des Staates, wie es auch Landauer und Mühsam vertreten, ausgesprochen, was im übrigen auf seine spätere linkskommunistische Orientierung verweist (vgl. Rieger, S. 78f.; van den Berg, S. 129-131). Auch Jungs Kampagne zur Freilassung seines inhaftierten Freundes Otto Gross ist keine anarchistische Kampagne, sondern Jung "entpolitisiert" den Anarchismus (van den Berg, S. 121f.; vgl. die Dokumente in „Der Fall Otto Gross"). Für Jung geht es nicht um den politischen Anarchismus, sondern für ihn findet zu dieser Zeit "die wirkliche Revolution in den zwischenmenschlichen Beziehungen statt" (Rieger, S. 79). Auch die Zeitschrift "Freie Straße", die Jung 1959 als "aus der anarcho-sentimentalen Romantik eines Gustav Landauer" heraus geschrieben sieht (Werke 9/1, S. 633), hat mit dem politischen Anarchismus nichts zu tun, wohl aber mit einem Rebellentum in Permanenz. "Was suchst Du Ruhe, da du zur Unruhe geboren bist?" - dieses Zitat aus Thomas von Kempens "Imitatio Christi", eines Kirchenvaters also, wählt Jung 1915 als Titel der ersten Folge der "Freien Straße", und es dient ihm noch 1961 als Motto für seine Autobiographie. Man kann es allenfalls metaphorisch, nicht aber politisch und sozial, als 'anarchistisch' qualifizieren. Insofern findet sich Jung, und zwar der frühe Jung vor dem 1. Weltkrieg, zwar in einem anarchistischen Dunstkreis, nicht aber in der politischen anarchistischen Bewegung, der er auch während seiner späteren politischen Arbeit fern steht.

Quellen und Literatur

Bibliographie

  • Walter Fähnders: Franz Jung-Bibliographie. In: Wolfgang Rieger: Glückstechnik und Lebensnot. Leben und Werk Franz Jungs. Freiburg/Br. 1987, S. 252-268 (320 Titel).

Ausgaben

Werke. Bd. 1-12 (in 14 Teilbänden, versch. Herausgeber). Hamburg 1981-97;

  • Spandauer Tagebuch. April - Juni 1915. Hamburg 1984 (=Werke. Supplement-Bd.);
  • Der Weg nach unten. Aufzeichnungen aus einer großen Zeit. Hamburg o.J. (1985);
  • Joe Frank illustriert die Welt. Die roten Jahre 1; Die Eroberung der Maschinen. Die roten Jahre 2, hg. v. W. Fähnders, H. Karrenbrock, M. Rector. 2 Bde. Darmstadt, Neuwied 1972/73;
  • Gott verschläft die Zeit. Frühe Prosa, hg. v. K. Ramm. München (1976). 2. Aufl. 1980;
  • Grosz/Jung/Grosz, hg. v. G. Bose u. E. Brinkmann. Berlin (West) 1980;
  • Der tolle Nikolaus. Prosa, Briefe, hg. v. C. M. Jung u. F. Mierau. Leipzig 1980 (=Universal-Bibliothek. Bd. 811);
  • Schriften und Briefe in zwei Bänden, hg. P. u. U. Nettelbeck. Salzhausen 1981.
  • Die Berliner Zeitschriften SKLAVEN (1994-1999) und SKLAVEN-Aufstand (1998-1999) des BasisDruck-Verlages haben zahlreiche Texte, häufig auch Nachlaßtexte, und Materialien von und über Jung abgedruckt.
  • Als Einzelausgaben vgl. Franz Jung: Die Verzauberten. Eine Erzählung, hg. v. W. Fähnders. Berlin 2000; Jes Petersen: Strontium. Briefwechsel mit Raoul Hausmann und Franz Jung, hg. v. A. Hansen. Berlin 2001.

Forschungsliteratur

  • Y.–P. Alefeld: Franz Jung und die Provokation der Vernunft. In: Aufklärung in Schlesien im europäischen Spannungsfeld. Teil 2. Aufgeklärter Sensualismus, hg. v. W. Kunicki. Wroclaw 1998;
  • dies.: Die Büchse der Pandora. Zum Expressionismus Franz Jungs. In: „Die Großstadt rauscht gespenstisch fern und nah". Literarischer Expressionismus zwischen Neiße und Berlin, hg. v. Detlef Haberland. Berlin 1995, S. 55-76;
  • D. Bathrick: Die Berliner Avantgarde der 20er Jahre. Das Beispiel Franz Jung. In: Literarisches Leben in Berlin, hg. v. P. Wruck, Berlin 1987, 2 Bde, Bd. 2, S. 45-78;
  • ders.: Speaking the other’s silence. Franz Jung’s “Der Fall Gross”. In: Modernity and the text, hg. v. A. Huyssen u. D. Bathrick, New York 1989, S. 19-35;
  • R. Bavaj: Linkskommunistischer "Gemeinschaftsrhythmus" als antibürgerliche Herausforderung. Franz Jungs lebensideologisches Denken während der Weimarer Republik. In: Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik 10, 2005/2006, S. 101-130;
  • H. van den Berg: Avantgarde und Anarchismus. Dada in Zürich und Berlin. Heidelberg 1999 (über F. Jung und O. Gross: 3. Kap.);
  • Ch. Brecht/I. Steiner: „Um Gotteswillen, vielleicht schon Ruine ...". Zur frühen Prosa Franz Jungs. In: Historische Gedächtnisse sind Palimpseste. Hermeneutik – Historismus – New Historism – Cultural Studies, hg. v. R.S. Kamzelak. Paderborn 2001, S. 195-213;
  • Dossier Franz Jung, hg. W. Fähnders u. A. Hansen. In: Juni. Magazin für Literatur & Politik 1996, Nr. 24, S. 8-74;
  • W. Fähnders: Brüche. Zur Wiederentdeckung des Franz Jung. In: Spuren in Kunst und Gesellschaft 1984, Nr. 5, S. 38-39;
  • ders.: Ein oberschlesischer Industrieroman: „Gequältes Volk" von Franz Jung. In: Neue Sachlichkeit im Roman, hg. S. Becker. Stuttgart, Weimar 1995, S. 69-88;
  • ders.: Zwischen ästhetischer und politischer Avantgarde: Franz Jung und seine 'Reise(n) in Rußland'. In: Deutschland und die Russische Revolution 1917-1924, hg. v. G. Koenen u. L. Kopelew. München 1998, S. 431-461;
  • ders.: Franz Jung. In: Deutsche Dramatiker des 20. Jahrhunderts, hg. v. A. Allkemper u. N. Norbert Otto Eke. Berlin, New York 1999;
  • ders.: "...daß Produktion Glück ist." Franz Jung und das Arbeitsproblem. In: Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit 2001, Nr. 16, S. 23-72;
  • ders.: Franz Jung und die Linkspresse. In: Kultur als Fenster zu einem besseren Leben. Festschrift für Rainer Noltenius, hg. v. Fritz Hüser-Gesellschaft u.d. Leitung v. Volker Zaib. Bielefeld 2003, S. 77-125;
  • ders.: 'Amerika' und 'Amerikanismus' in deutschen Rußlandberichten der Weimarer Republik. In: Die Blicke der Anderen. Paris – Berlin – Moskau, hg. v. W. Asholt u. C. Leroy. Bielefeld 2006 (Reisen Texte Metropolen, Bd. 2), S. 101-120 (über Jung: S. 109-111);
  • ders.: Der »Expressionist« Franz Jung. In: Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes 2011/58,2, S. 146-156.
  • W. Fähnders/A. Hansen: "Auch der Film winkt." Kommentar zum Erstdruck von Franz Jungs Drehbuch 'Vorbestimmung'. In: Jahrbuch zur Literatur der Weimarer Republik 2, 1996, S. 42-59;
  • dies.: "Magie des Wiederauftauchens und Verschwindens von Leuten". Kommentar zum Erstdruck von Franz Jungs "Fürchtet euch nicht...". In: Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit 2001, Nr. 16, S. 89-96;
  • dies.: Nachwort. In: Vom "Trottelbuch" zum "Torpedokäfer". Franz Jung in der Literaturkritik 1912-1963, hg. v. W. Fähnders u. A. Hansen. Bielefeld 2003, S. 498-527;
  • W. Fähnders/H. Karrenbrock: Franz Jung und die Theater-Avantgarde. Mit dem Erstdruck seines Szenariums „Kinderballade". In: Literatur Sprache Kultur, hg. v. W. Asholt u. S. Kanngießer. Osnabrück 1996, S. 24-40;
  • W. Fähnders/M. Rector: Linksradikalismus und Literatur. Untersuchungen zur Geschichte der sozialistischen Literatur in der Weimarer Republik. Reinbek 1974, 2 Bde (über F. Jung: Bd 1, 3. Kap.);
  • Der Fall Otto Gross. Eine Pressekampagne deutscher Intellektueller im Winter 1913/14, hg. v. Ch. Jung u. Th. Anz, Marburg/ Lahn 2002 (mit Dokumenten auch zu F. Jung);
  • Franz Jung. Leben und Werk eines Rebellen, hg. v. E. Schürer New York, Bern u.a. 1994;
  • A. Graczyk: Die Masse als Erzählproblem. Unter besonderer Berücksichtigung von Carl Sternheims „Europa" und Franz Jungs „Proletarier". Tübingen 1993;
  • A. Götz von Olenhusen: Die Sorge des Hausvaters. Die Prozesse von Hans Gross gegen Otto und Frieda Gross. In: 2. Internationaler Otto Gross Kongress Burghölzli Zürich, hg. v. G. Heuer. Marburg 2001 S. 183-206;
  • ders.: Die Internierung und Entmündigung des Dr. med. Otto Gross und die Befreiungskampagne 1913/1914. In: Die Gesetze des Vaters. Hans Gross, Otto Gross, Sigmund Freud, Franz Kafka, hg. v. G. Dienes u. R. Rother. Wien 2003, S. 114-126;
  • ders.: Gross gegen Gross. Bericht - Dokumente - Bibliographie. CD ROM Freiburg/Br. 2003;
  • ders.: Wahnsinn in den Zeiten des Krieges. Otto Gross, Franz Jung und das Kriegsrecht. In: Die Gesetze des Vaters. 4. Internationaler Otto Gross Kongress Graz 2003, hg. v. A. Götz von Olenhusen u. G. Heuer. Marburg 2005, S. 82-129;
  • ders.: Die heißen und die kalten Klaviere der Macht. Die Prozesse des Hans Gross. In: Gross gegen Gross. Hans & Otto Gross. Ein paradigmatischer Generationskonflikt, hg. G. M. Dienes, A. Götz von Olenhusen, G. Heuer, G. Kocher. Marburg 2005, S. 111-171;
  • ders.: Schwätzer, Maulhelden und Anarchistengesindel. Max Weber, Franz Jung und der juristische Beginn des Falles „Otto Gross vs. Hans Gross". In: Gegner 2006, H. 18, S. 35-41;
  • A. Hansen: Mythen in Tüten. Die Zündholz-Promotion des Franz Jung. [5 Folgen.] In: Sklaven 1996, H. 20/21, S. 28-32; H. 22, S. 18f.; H. 23, S. 16-19; H. 24, S. 18f.; H. 25, S. 17;
  • ders.: Eine „Art von innerlich revolutionärer Vorarbeit". Koordinaten bei der Begegnung zwischen Franz Jung und Otto Gross. In: 1. Internationaler Otto Gross Kongress. Bauhaus-Archiv, Berlin 1999, hg. v. R. Dehmlow u. G. Heuer. Marburg u. Hannover 2000, S. 74-87;
  • ders.: Ein Reklametest? Franz Jungs „Fall Grosz" vom Juni 1917. In: „Laboratorium Vielseitigkeit". Zur Literatur der Weimarer Republik, hg. v. P. Josting u. W. Fähnders. Bielefeld 2005, S. 31-51;
  • R. Henning von Lange: Franz Jung: Auf der Suche nach der verborgenen Heimat. In: Literarisches Schreiben aus regionaler Erfahrung, hg. v. Hg. W. Gössmann u. K.-H. Roth. Paderborn 1996, S. 145-161;
  • A. Imhof: Franz Jung. Leben, Werk, Wirkung, Bonn 1974;
  • P. Jung: Emigrantenkind. Über meinen Vater Franz Jung. In: Sinn und Form 56, 2004, H. 1, S. 115-128;
  • W. Jung: Der rasende Torpedokäfer. Ein biographisches und literarisches Porträt Franz Jungs. In: kürbiskern 1983, H. 3, S. 104-125;
  • H. Karrenbrock: Sprung aus der Welt. Zu Franz Jungs expressionistischer Prosa. In: Expressionistische Prosa, hg. W. Fähnders. Bielefeld 2001, S. 165-186;
  • W. Kunicki: Franz Jungs toller Nikolaus. In: Neisse: Kulturalität und regioonalität, hg. v. W. Kunicki u. M. Witt. Nysa 2004, S. 345-352;
  • J.E. Michaels: Franz Jung. Expressionist, Dadaist, Revolutionary and Outsider. New York, Bern u.a. 1989;
  • F. Mierau: Leben und Schriften des Franz Jung. Eine Chronik. In: Der Torpedokäfer, S. 133-186 (erw. Fassung aus F. Jung: Werke. Bd. 1/1, S. 10-65);
  • ders.: Das Verschwinden des Franz Jung. Stationen einer Biographie. Hamburg 1998;
  • S. u. F. Mierau: Unser Jung-Journal. In: Unruhe und Engagement. Blicköffnung für das Andere, hg. W. Asholt, R. Reinecke, E. Schütz, H. Weber. Bielefeld 2004, S. 141-148;
  • dies.: Die Kameradin. Unsere Cläre-Jung-Chronik, in: „Laboratorium Vielseitigkeit". Zur Literatur der Weimarer Republik, hg. v. P. Josting u. W. Fähnders. Bielefeld 2005, S. 513-526 (u.a. über den F. Jung-Nachlaß);
  • I. Nebel: Harfe, Speer und Krone. Saul und David in deutschsprachigen Dramen 1880–1920. Göteborg 2001 (über F. Jung: S. 213-238);
  • W. Rieger: Glückstechnik und Lebensnot. Leben und Werk Franz Jungs. Mit einer Franz Jung-Bibliographie von W. Fähnders. Freiburg/Br. 1987;
  • M. Rohrwasser: Aus dem Leben eines Taugenichts. Franz Jung als oberschlesischer Autor. In: Die Aktion 1999, H. 186/190, S. 53-76;
  • K.W. Schmidt: Revolte, Geschlechterkampf und Gemeinschaftsutopie. Studien zur expressionistischen Prosa Franz Jungs und Curt Corrinths. Franfurt/M., Bern u.a. 1988;
  • H.-J. Schulz: Utopie des Herzens. Franz Jung zwischen Expressionismus und proletarischer Literatur. In: Autoren damals und heute, hg. V. G. P. Knapp, Amsterdam 1991, S. 599-638;
  • H.J. Schütz: Ein Abenteurer des Lebens und der Literatur. Über Franz Jung. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 44 (1988), Nr. 99, S. 3576-81;
  • Sonderheft zu Franz Jungs 100. Geburtstag. In: Orte 1988, H. 65;
  • Der Torpedokäfer. Hommage à Franz Jung, hg. v. L.Schulenburg. Hamburg 1988;
  • Vom "Trottelbuch" zum "Torpedokäfer". Franz Jung in der Literaturkritik 1912-1963, hg. v. W. Fähnders u. A. Hansen. Bielefeld 2003;
  • Vom "Trottelbuch" zum "Torpedokäfer". Franz Jung in der Literaturkritik 1912-1963. Nachträge 1, hg. v. W. Fähnders u. A. Hansen. Berlin 2006;
  • V. Zaib: Biografische Quellen im Fritz-Hüser-institut. In: Arbeit - Kultur - Identität. Zur Transformation von Arbeitslandschaften in der Literatur, hg. v. D. Kift u. H. Palm. Essen 2007, S. 175-188 (über Der Weg nach unten: S. 181-183).

Weblinks

  • Digital Dada Library, Special Collections der University of Iowa Libraries. Enthält die Faksimiles von Franz Jungs Schriften: "Arbeitsfriede", "Hunger an der Wolga", "Opferung", "Proletarier", "Die rote Woche". "Saul", "Sophie", "Der Sprung aus der Welt", "Die Technik des Glücks".



Autor: Walter Fähnders

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