Bernd Kramer - Gedenkseite
Bernd Kramer ist tot
Am 5. September 2014 ist in Berlin der anarchistische Verleger Bernd Kramer im Alter von 74 Jahren gestorben.
Bernd Kramer, am 22. Januar 1940 in Remscheid geboren, war acht Jahre Schriftsetzer und Buchdrucker, bevor er in Berlin 1967 Mitherausgeber der ersten anarchistischen Underground-Zeitung linkeck wurde. Zusammen mit seiner (im März 2014 verstorbenen) Frau Karin hatte Bernd Kramer seit Anfang der 1970er Jahre den Karin Kramer Verlag in Berlin-Neukölln betrieben, der für viele seiner Leserinnen und Leser zum Synonym für anarchistische Literatur werden sollte.
Über vier Jahrzehnte haben Bernd und Karin mit ihren Buchveröffentlichungen maßgeblich dazu beigetragen, dass auch im deutschen Sprachraum neu und vermehrt über Anarchie und Anarchismus nachgedacht und diskutiert wurde.
Die Autorinnen und Autoren des DadAWeb sowie des Lexikons der Anarchie trauern um einen lieben Freund und kämpferischen Weggefährten.
Bernd, wir vermissen Dich!
Wer seine Erinnerungen an Bernd Kramer mit uns teilen möchte, kann sie auf der Diskussions-Seite veröffentlichen. Wir übernehmen dann die Texte hier auf die Bernd-Kramer-Gedenkseite.
Falls jemand Probleme mit dem Schreiben auf der Diskussions-Seite haben sollte, der kann uns seinen Text und gerne auch Fotos zur Veröffentlichung auf der Gedenkseite per E-Mail schicken an: redaktion@dadaweb.de.
Jochen Schmück
Redaktion DadAWeb.de
Inhaltsverzeichnis
- 1 Die Beerdigung von Bernd Kramer
- 2 Reaktionen, Nachrufe und Erinnerungen
- 2.1 Jenseits aller Dogmen. Worte von Daniel Kramer zum Tod seines Vaters
- 2.2 Erinnerungen an Karin und Bernd Kramer. Von Peter
- 2.3 Das ungekrönte Anarcho-Königspaar von Berlin-Kreuzberg. Ein Nachruf von H. P. Gansner
- 2.4 Die gewöhnliche Sense. Erinnerung an Bernd und Karin Kramer. Von Bert Papenfuß
- 2.5 Mögen sie unvergessen bleiben! Von Ruth E. Westerwelle
- 2.6 Die Urkunde. Von Knobi
- 2.7 Der junge Kramer. Von Hansjörg Viesel
- 2.8 Die Bücher des Karin Kramer Verlages werden weiterleben. Von Rengha Rodewill
- 2.9 Der Tod von Bernd Kramer: Auch eine Erinnerung an die Zukunft. Von Rolf Raasch
- 2.10 Schwarze Bücher. Von Wolfgang Haug
- 2.11 Persönlicher Nachruf auf einen Verleger. Von Albrecht Götz von Olenhusen
- 2.12 Genialer Dilettant. Ein Nachruf auf Bernd Kramer von Klaus Bittermann
- 2.13 Anarchie war machbar, Frau Nachbar. Zum Tod des Verlegers Bernd Kramer. Von Christoph Ludszuweit
- 2.14 Erinnerungen an Bernd Kramer von Edelbert Hackenberg
- 2.15 Das ist ja wie ein ganz schlechter Traum, dass nun auch Bernd nicht mehr unter uns ist! Von Gerhard Senft
- 2.16 Traurig, traurig... Von Gerald Grüneklee
- 2.17 Wir sind bestürzt. Von Andreas W. Hohmann
- 2.18 Fassungslos. Von Knobi
- 3 Werke (eine Auswahl)
- 4 Weblinks
Die Beerdigung von Bernd Kramer
|
Impressionen von der Beerdigung Bernd Kramers am 19. September 2014 auf dem Neuen St. Thomas Friedhof/Luise Kirchhof in Berlin-Neukölln |
Die Beerdigung von Bernd Kramer fand am Freitag, den 19. September 2014 um 11.00 Uhr auf dem Neuen St. Thomas Friedhof/Luise Kirchhof in Berlin-Neukölln statt. Über das Programm der Trauerfeier informiert ein Flyer, der in der Friedhofskapelle an die Trauergäste verteilt wurde.
Es gab keinen Trauerredner im herkömmlichen Sinne, also jemand, der für alle spricht. Vielmehr hatten sich die Freundinnen und Freunde von Bernd, die die Trauerfeier organisiert haben, für ein anarchistisches Modell der Trauerrede entschieden: Jede/r spricht für sich und alle nehmen Anteil. Wer wollte, konnte sich so auf der Beerdigungsfeier durch ein kurzes persönliches Statement von Bernd Kramer verabschieden. Zuvor wurde von Daniel Kramer, dem in Australien lebenden Sohn von Karin und Bernd Kramer, ein Brief mit persönlichen Erinnerungen an seinen Vater vorgelesen.
In der Kapelle und draußen am Grab wurde dem Anlass entsprechende Musik gespielt, sowohl vom Band als auch live ("Oberkreuzberger Nasenflötenorchster" und der Gitarrist Matt Grau).
Im Anschluss an die Beerdigung fanden verschiedene Treffen und Veranstaltungen zum Gedenken an Bernd Kramer statt, so in der nahe am Friedhof gelegenen Thomas-Klause und im SAARBACH (Galerie & Café). Am Nachmittag lasen Autor_innen Texte von Bernd in seiner langjährigen Kreuzberger Stammkneipe "Zum Goldenen Hahn".
Impressionen von der Beerdigung Bernd Kramers
Fotos von der Beerdigung Bernd Kramers. © Nadine Scherer, Trier 2014.
Reaktionen, Nachrufe und Erinnerungen
Jenseits aller Dogmen. Worte von Daniel Kramer zum Tod seines Vaters
Arndt fragte mich, ob es einen Satz geben würde, den Bernd immer gemocht hat, der ihn beschreiben könnte. Ich habe darüber nachgedacht, und denke, am ehesten zutreffend wäre:
Jenseits aller Dogmen
Die Doppeldeutigkeit des Jenseits-Bezugs in der jetzigen Situation ist mir bewusst, aber ich beziehe ihn natürlich auf die Zeit, die Bernd mit uns verbracht hat.
Jenseits aller Dogmen - in der politischen Sphäre bedeutete dies für Bernd, sich in keine Kategorie einordnen zu lassen. Wohl auch deshalb die immer wiederkehrenden Vorwürfe, er bewege sich am ‚rechten Rand der Anarchie'. Sexismus, Rassismus, Antisemitismus - ihm wurde alles Mögliche vorgeworfen, zum Teil wahrscheinlich von Leuten, die sich auf seine Kosten profilieren wollten. Da ich diese Auseinandersetzungen unmittelbar miterlebte, konnte ich seine Wut auf das linke Spießertum, die Lustfeindlichkeit, die Dogmatiker und Puristen, auf die Anhänger der reinen Lehre sehr gut nachvollziehen. Aber im Endeffekt war es ihm egal, und er genoss sicherlich auch den einen oder anderen Konflikt.
Jenseits aller Dogmen - im persönlichen Bereich erlebte ich dies in seiner Herangehensweise an die Institution ‚Familie'. Einerseits lehnte er eine Überhöhung der ‚Familie' ab - in guter theoretischer Tradition als ‚Keimzelle des Staates' betrachtet, gab es auch dafür nachvollziehbare Gründe. Auf der anderen Seite setzte er sich für seine Familie ein und verbrachte sehr viel Zeit mit mir. Ungezählte Stunden des Bastelns und Malens sind mir in Erinnerung. Nicht weniger Bedeutung hatte das Toben, wir vergaben uns nichts. Bei einer Gelegenheit gelang es mir, ihm eine Rippe anzubrechen. Als es darum ging, alle Kinder aus dem mit Freunden gegründeten Kinderladen gemeinsam einzuschulen, ging er keinem Konflikt mit Ämtern und Sachbearbeitern aus dem Weg. Spätere einschneidende Erinnerungen betreffen die Zeit einiger adoleszenter Albernheiten, die mich während meines Aufwachsens in Neukölln in Konflikt mit der Staatsmacht brachten. Wenn immer ich in Begleitung von Ordnungshütern nach Hause kam, stellte er sich hinter mich und verwies die Staatsdiener der Schwelle. Ihn interessierte erstmal nicht, um was es eigentlich ging - die Herren in Uniform hatten sich zu trollen. Später motivierte er mich und meine Kumpels mit dem Hinweis, dass wir umsonst trinken könnten, an Familienfeiern teilzunehmen. Pädagogisch vielleicht fragwürdig, aber der Neid vieler Freunde war mir sicher. Und als viel später sein erster Enkel Ben geboren wurde, nahm er diesen im Kinderwagen auf ausgedehnte Spaziergänge durch den Volkspark Schöneberg mit. Von einem Zwischenstopp bei dem gut sortierten griechischen Lebensmittelladen in der Badenschen Straße zeugten bei der Rückkehr der beiden immer einige leere Flaschen Mythos, die zwischen Windeln und Nuckelflaschen in der Ablage zu finden waren.
Bernd fand unsere Idee, nach Australien zu gehen, schlichtweg Scheiße. Was wollt ihr da? Als ich ihm in einem Telefonat erzählte, dass das Fernsehen in Australien genauso schlecht sei wie das in Deutschland, meinte er: Na, dann hättet ihr ja auch hierbleiben können. So kam er auch im Februar 2012 nicht mit zu dem Besuch, den uns Karin, Maggi und Klaus abstatteten. Nächstes Mal, war seine Ansage. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen. Dabei hatte ich es schon vor Augen: So, wie er alljährlich ein paar Wochen nach Rhodos fuhr, um in einem Plastikstuhl am Strand sitzend Wein zu trinken, aufs Meer zu schauen und ab und an ein paar Seiten zu lesen, so hätten wir es für ihn auch auf Bribie Island organisiert. Zwischendurch hätten seine Enkel ihn ein bisschen genervt, und Abends hätte er mit uns grillen müssen. Vielleicht hätten wir ihn noch an und ab zu einem Ausflug genötigt. Die Vorstellung war so gut. Vielleicht im nächsten Leben.
Als letztes möchte ich nur noch sagen, dass ‚Solidarität' und ‚gegenseitige Hilfe' Werte waren, die ich in den letzten Monaten und Wochen von Bernds Leben in seinem Freundeskreis unmittelbar erfahren konnte - Dank euch allen!
Daniel Kramer,
Australien im September 2014
Erinnerungen an Karin und Bernd Kramer. Von Peter
Leider habe ich erst kürzlich davon erfahren, dass Karin und Bernd innerhalb kürzester Zeit im vergangenen Jahr 2014 verstorben sind.
"Zu aller erst kommt die Freiheit ........."
Immer ein Buch in der linken Jacketttasche, die gekrümmte Pfeife in der Hand und einen treffenden ironischen Zwischenruf, der plötzlich wieder alle wach machte ....
So habe ich Bernd Kramer im März 1970 kennengelernt.
Das war an einem Samstag Mittag auf dem wöchentlichen Treffen aller libertären Leute West-Berlins im damaligen "Republikanischen Club", ("RC"), Wielandstrasse.
Unterschiedlichste Fraktionen waren dort:
- Alt-Anarchos aus Friedenau, die noch die Verfolgung durch die SED vor 1961 mitgemacht hatten,
- Feministische "Panther" Gruppen
- Haschrebellen um Georg von Rauch, Rex, Hella Maher, Bär, etc.
- Anarchos aus Spandau
- Leute um den damaligen Drucker und Verleger Peter Paul Zahl
- und einige Leute aus Neukölln/Kreuzberg, darunter auch Bernd.
In der folgenden Zeit formierte sich eine "Schwarze Zelle Neukölln", der auch Bernd angehörte.
Oft schaute ich bei ihm zuhause in der Bruno-Bauer-Str. rein und lernte auch seine großartige Frau Karin kennen.
Bernd's Wissen um die Theorie und Geschichte der libertären Bewegung war enorm. Das Besondere an ihm war, dass er ohne Scheuklappen vor den Augen, Fehler auch in den eigenen Reihen aufdecken konnte.
So war z.B. sein Kommentar auf die neu entstehende "RAF" : "das sind Leninisten mit Knarre" (wie wahr!). Für die damals so häufigen "Wortradikalisten" hatte er viel Spott übrig und den sich damals abzeichnenden Sprung vieler Mitstreiter in die Illegalität, hielt er für falsch.
Er stand mit beiden Füßen auf dem Boden der Realität und es mangelte ihn schon damals nicht an Lebensweisheit, die mir später so manches mal geholfen hatte. Auch für persönliche Probleme hatte er immer ein offenes Ohr.
Einfach köstlich war seine Ironie und sein wohl angeborener rheinischer Humor, der ihn so liebenswert machte.
Die französischen Anarcho-Satireblätter "Hara-Kiri" und "Charlie Hebdo" lernte ich auch durch Bernd Anfang der 70er kennen. Wie wohl heute sein Kommentar zu den islam-faschistischen Morden auf die Redakteure ausgefallen wäre?
Vielleicht: "Die Solidarität der hiesigen Autonomen auf die Pariser Opfer beschränkte sich auf das revolutionäre Zukleben der Eingangsschlösser am Tempelhofer Feld mittels Sekundenkleber".
Lange Zeit verloren wir uns aus den Augen. Erst vor einigen Jahren trafen wir uns in seiner Stammkneipe "Zum goldenen Hahn" und lästerten furchtbar über die Grünen, die Inkarnation des Kleinbürgertums, ab. Leider verpasste ich weitere Treffen mit ihm ...
Karin und Bernd, Ihr werdet mir und vielen Leuten fehlen. Danke für Eure Freundschaft!
Peter
Berlin, 12. Januar 2015
Das ungekrönte Anarcho-Königspaar von Berlin-Kreuzberg. Ein Nachruf von H. P. Gansner
'Karin und Bernd Kramer, die beiden anarchistischen Verlegerpersönlichkeiten, starben genau gleich alt, nämlich 74jährig, beide in ihrem Kiez Berlin-Neukölln, den sie kaum einmal verlassen hatten, ausser für die Buchmessen Leipzig und Frankfurt und ihre traditionellen Wallfahrten zum heiligen Berg Athos in Griechenland. Karin starb am 20. März und Bernd am 5. September dieses Jahres, beide an Krebs.
Es gibt ein Leben vor dem Tod!
Karin war zuvor noch einmal nach Australien geflogen, um ihren dort lebenden Sohn und seine Familie zu besuchen – die jungen Kramers hatten den alten Kontinent satt und wollten etwas wirklich Neues beginnen. Einsam paffte Bernd derweil, das abenteuerliche Gemisch aus seiner Stummelpfeife (ich sagte ihm, in Frankreich heisse diese Pfeife „un brûle-gueule“) in Schwaden hinter sich herschleppend zwischen der Braunschweigerstrasse und dem Goldenen Hahn am Heinrichsplatz in Kreuzberg-West hin und her, um nimmermüde seine Underground-Buch- und Zeitschriftenprojekte auszubrüten. Zur Abwechslung lutschte er auch die kurzen konischen Toscani Garibaldi-Zigarren („Sargnägel“) und die langen „Krummen“ aus Brissago, die ich ihm regelmässig auf Wunsch schickte. Immer aber verbunden mit einer Warnung vor diesen Sargnägeln und Tabak-Bazookas. Vor der Treppe des Goldenen Hahns, ein Alt-Kreuzberger Gasthaus, das er ins Weltkulturerbe der UNESCO aufnehmen wollte, hatte er, der Anarchist, einen Privatparkplatz für seinen rostigen Drahtesel! Und nie wäre es jemandem in den Sinn gekommen, dort sein Fahrrad abzustellen, geschweige einem Schupo, ihn deswegen zu büssen. Denn Bernd war der ungekrönte König von Kreuzberg, sein „Privatparkplatz“ Weltkulturerbe, so oder so! Im schummrigen Innern des Goldenen Hahn am Kreuzberger Heinrichplatz, da war Bernds wirkliches Reich: sein Hofstaat klammerte sich bereits an die Theke und erwartete die neusten Ideen zur Weltrevolution, wenn er tagtäglich, ob’s stürmt oder schneit, in seinem dicken weiten Mantel auflief. Und wenn ein Sozialfall mehr als eine Stunde vor seiner 9/10-leeren Molle stand, weil ihm gerade der letzte „Hunni“ von der „Stütze“ (Sozialhilfe) davongeschwommen war, sagte die resolute Wirtin: „So, austrinken, Maxe, sonst wird das Bier schal und dann kannst du es dir um den Hals legen…“ Und Maxe liess sich nicht zweimal bitten: Das hiess nämlich: eine Gratis-Molle aus zarter Wirtinnen-Hand winkte… Das war eben konkret: Anarchie ist machbar, Frau Nachbar! Und dann, wenn ein weit gereister Autor auftauchte, um sich nach dem Stand seiner sich inzwischen zusammen geläpperten Honorar-Knete zu erkundigen, rief Bernd dem Ede an der Bar zu: „Ede, Abtreten zum Bücherzählen!“ Und Bernd reichte Ede den Titel, gekrakelt auf einen Bierdeckel, damit im Verlagsarchiv in der Niemetzstrasse (von „nemetz“, slawisch: „deutsch“), wo Karins Reich war, nachgezählt werden konnte, „wie viel gegangen war seit dem letzten Besuch des seltenen Gastes“. Manchmal reichte es für ein, zwei Mollen, manchmal sogar noch für „Augentropfen“ (Klaren in winzigen Gläschen). Und manchmal wurde eine Partie „Schwarzes Schach“ gespielt, eine Erfindung von Bernd: alle Figuren und Felder waren schwarz, sehr gewöhnungsbedürftig, muss ich gestehen. Aber nach mehreren Dutzend Übungslektionen brachte ich doch auch einmal gegen einen alten, versierten Kreuzberger ein Remis zustande.
Antiautoritäre Jungtürken
Oft wurde von den Berliner Jungtürken (das sind die Jung-Anarchos) Bernds frauenfeindliche Sprüche an den Internet-Pranger gestellt: historisch gesehen hat dieser latent frauenfeindliche Stammtischcharakter bei gewissen Anarchisten seine Wurzeln bei den spanischen Libertarios um Durruti, die zwar mit ihren eigenen Frauen und Genossinnen äusserst respektvoll umgingen, aber noch in dieser hispanischen Tradition verwurzelt waren. Einmal lachten die Genossen Durruti aus, als er während einer politischen Sitzung das Geschirr abtrocknete, worauf dieser sie anfuhr: „Wenn ihr darüber lacht, dann habt ihr nichts von Anarchismus begriffen!“ Aber im Gegensatz zu den Libertarios war Bernd Kramer ein sehr „deutscher“ Individualanarchist (Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum) – die Jungtürken schrieben einmal sogar auf einer Webseite, er bewege sich „am rechten Rand der Anarchie“ – , und auf mein Insistieren, Anarchismus sei doch ohne Sozialismus nicht denkbar, paffte er intensiver dicke Rauchwolken an die Wirtsstubendecke und sagte dann: „Anarchie ist erstmal Freiheit, mein junger Mann aus der schönen Schweiz – ob das auch sozialistisch ist, werden wir dann ja sehen…“
Ein Leben im Schatten der Mauer
Manchmal, wenn wir zu später Stunde noch durch Kreuzberg flanierten, hielt Bernd mich unvermittelt am Arm fest und sagte: „Siehst du das da, auf dem Pflaster?“ Ich sah nichts Besonderes. „Da, wo der helle Betonstreifen verläuft, war die Mauer. Und noch heute gibt es mir einen Zwick, wenn ich den Streifen überschreite…“
Er hat ein Leben lang hart an der Mauer verbracht, das darf man nie vergessen, und immer, wenn die Kramers mal „hinüber“ fuhren – zum Beispiel, um in Polen koscheren Wodka zu kaufen, den er von allen gewürzten Wassern am meisten liebte, hiess es am DDR-Zoll wegen seiner schulterlangen Haare: „Ohr zeigen!“ Na ja, für die Passfotokontrolle halt. Trotz der anarchistischen Devise „Ni dieu, ni maître!“ (wobei „maître“ als Synonym für Staat steht) huldigten Bernd und Karin dem Sonnengott, indem sie jeden Sommer einen Trip nach Griechenland unternahmen, wo sie auf dem heiligen Berg Athos ihre mystischen und mythologischen Batterien meditierend aufluden. Am wütendsten machten ihn – ausser Nationalisten, Faschisten und Kriegshetzer – linke Schwätzer, die von den „Wurzeln“ schwärmten, die ein Mensch haben müsse: „Das wäre aber eine ganz grosse Scheisse“, maulte er, „dann könnte ich mich ja nicht mal in den Goldenen Hahn begeben – geschweige denn zu den Fantasy-Klöstern mit ihren frommen Brüdern auf dem Berg Athos fliegen!“
Ewiges Leben für Karin und Bernd!
In den letzten Jahren hatten sich die beiden, die sehr viel Spass verstanden („Ein Revolutionär muss einmal im Tag herzlich lachen“, sagte Bakunin) vermehrt für die „Immortalisten“ interessiert, eine anarchistische Gruppe, die in der sowjetischen Iswestija nach der Oktoberrevolution ein Manifest publizierte, in dem es heisst: „Wir stellen fest, dass die Frage der Verwirklichung persönlicher Unsterblichkeit jetzt in vollem Umfang auf die Tagesordnung gehört“. Schon anlässlich der Bakunin-Ausstellung in den Hallen der NGBK in der Oranienstrasse Berlin im Jahre 1996 schrieb Bernd einen internationalen „Bakunin-Ähnlichkeitswettbewerb“ aus. Es erübrigt sich wohl zu erwähnen, dass er selbst den Wettbewerb haushoch gewann und beim Abschlussfest der Ausstellung als unbestrittene Wiedergeburt Michail Bakunins, dessen Werk bis heute das Gründungselement und unerschütterbare Fundament des Karin Kramer Verlags bildet, gefeiert wurde – obwohl Bernd einmal nach langem Herumdrucksen gestand, als ich ihn fragte, welche Publikation denn bisher der grösste Verkaufserfolg des Verlags gewesen sei: „Ich darf es dir fast nicht sagen, es ist Das sechste und siebente Buch Mosis…“
Eine seiner Eigenheiten war das „take french leave“, wie „se tirer à l’anglaise“ auf Englisch heisst: man glaubte, Bernd gehe nur mal kurz raus zum Pinkeln, und wenn man Karin fragte: „Wo ist denn der Bernd abjeblieben?“, sagte sie beruhigend: „Mach dir keene Sorgen, das macht er immer so. Plötzlich ist er weg, ohne dass es jemand bemerkt hat…“
Nun, diesmal, am 5. September 2014, ist ihm das gründlich misslungen.
H. P. Gansner, Schweiz
Der Nachruf erschien in der sozialistischen Wochenzeitung der Schweiz VORWÄRTS, im Oktober 2014.
Die Beerdigung von Bernd Kramer fand am Freitag, den 19. September 2014 auf dem Neuen St. Thomas Friedhof/Luise Kirchhof in Neukölln, (Berlin), statt. Alle Bücher des Karin Kramer Verlags sind weiterhin lieferbar. Von H. P. Gansner sind im Karin Kramer Verlag in den letzten Jahren zwei Gedichtbände und drei Pascale-Fontaine-Krimis erschienen. Der Autor führte im Bildungszentrum Salecina ein Anarchismus-Seminar durch, dessen Protokoll dort eingesehen werden kann. In seinem Roman "Die Stunde zwischen Hund und Wolf" (Ammann Verlag, Zürich) ist sowohl das wilde Leben in Ascona in den Zwanzigerjahren und auf Monte Verità (Erich Mühsam, etc.), als auch das der anarchistischen Schweizer Freiwilligen im Spanischen Bürgerkrieg dargestellt.
Die gewöhnliche Sense. Erinnerung an Bernd und Karin Kramer. Von Bert Papenfuß
Die ersten anarchistischen Schwarten besorgten mir Anfang der 70er Jahre befreundete Studenten aus den Giftschränken der Universitätsbibliotheken, dazu bedurften sie eines besonderen Formulars, auf dem ihnen ein »wissenschaftlicher Verwendungszweck« attestiert wurde. Mit etwas Glück konnte man in Antiquariaten in der Tschechoslowakei, Polen oder Ungarn noch alte deutsche Ausgaben der anarchistischen Klassiker erstehen. Ab Mitte der 70er Jahre lasen wir in Ostberlin dann die schwarzen Schmöker und illustren Pflasterstrände des Karin Kramer Verlags, die Freunde aus Westberlin reinschmuggelten. Die Finsterlinge unter uns bevorzugten die von Richard Schikowski herausgegebenen Schwarzbücher, die etwas helleren blätterten im Parallelogramm. Kramer-, Schikowski- und Merve-Bücher gehörten im gutsortierten Prenzlauer Berg zur Grundausstatung.
Mein erster Gedichtband [1] erschien 1985 leider nicht im Karin Kramer Verlag und trug als Buchschmuck keinen roten Drudenfuß auf schwarzem Untergrund [2], wie ich es mir gewünscht hatte; diese – zugegeben nicht sehr abgefahrene – Gestaltungsidee mußte ich später selbst realisieren [3], und kassierte dafür eine Goldmedaille [4]. So oder ähnlich hätte jedenfalls mein erstes Buch ausgesehen, wenn es in meinem Lieblingsverlag erschienen wäre – wichtige Sachen ziehen sich hin und dauern ewig. Persönlich getroffen habe ich Bernd und Karin Kramer erst Ende der 80er Jahre, wo genau, weiß ich nicht mehr, erinnere mich aber, daß es ein herzliches, von gegenseitiger Neugier geprägtes, Kennenlernen war.
Über die Jahre kreuzten sich unsere Wege auf Buchmessen, libertären Jahrmärkten und in anderen Gastwirtschaften. Als Dispatcher des Salons Brückenkopf veranstaltete ich zwischen 1999 und 2008 etliche Präsentationen des Kramer Verlags in der Tanzwirtschaft Kaffee Burger. Für Kramers war der Osten immer noch Neuland, sie wurden mit dem Taxi in die Torstraße eingeflogen und heimgeholt. Karin betreute den Bücherstand, Bernd rauchte, schwadronierte und trank. Freigetränke waren für beide und ihre Gäste für die Dauer ihres Aufenthalts in der Tanzwirtschaft ausbedungen. So natürlich auch für ihre vielköpfige Haus- und Hofkapelle, das Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester »Der Grindchor«. Daß anläßlich eines solchen Begängnisses weit mehr als 100 Freigetränke an die Beteiligten verausgabt wurden, traf mich nicht persönlich, wurde von meinen kopfschüttelnden Kompagnons stillschweigend von meinem Schwarzgeld abgezogen. – War mir eine Ehre.
Im Kaffee Burger schrieb ich den Gedichtband Rumbalotte [5], dem ab 2004 sieben krude Lyrik- und Essay-Mixturen als Fortsetzungen folgen sollten. Als meinem Verleger Peter Engstler klar wurde, daß er mein jährliches Output nicht allein stemmen könnte, bot Bernd Kramer an, alle zwei Jahre einen Band von mir zu publizieren. Auf diese ungewöhnliche Art und Weise erschienen zwischen 2005 und 2009 drei der sieben Bändchen Rumbalotte continua [6] im Karin Kramer Verlag. Bernd war hierbei ein sorgfältiger Korrekturleser und Herausgeber, mischte sich nicht in meine Lyrismen, stukte aber einiges in den Essays zurecht. Die Abrechnung der verkauften Exemplare durch Karin erfolgte pünktlich und zuverlässig.
»Drei Elemente oder drei Grundprinzipien bilden die wesentlichen Bedingungen aller gemeinschaftlichen und persönlichen menschlichen Entwicklung in der Geschichte: 1. die menschliche Animalität; 2. das Denken; 3. die Empörung. Dem ersten entspricht die soziale und private Wirtschaft, dem zweiten die Wissenschaft; dem dritten die Freiheit.« [7] – Bernd Kramer hat dem von ihm propagierten Hedonismus das Wasser gereicht; er hat seins gemacht, ohne anderen zu schaden: einzig und eigentümlich. Der Karin Kramer Verlag hat ein Denken gefördert, das die Empörung im sozialen Prozeß motorisierte – drüben in den Zentren der westdeutschen Provinzen, und allhie in ostdeutschen Jackentaschen, Schubladen und klandestinen Zirkeln.
Zusammenrottungen selbsternannter Anarchisten sind Vorhöllen der Uneinigkeit. Unter egoistischen Sozialrevolutionären, selbstgerechten Schlingeln und Systemkriechern in spe behaupten sich Anarchisten reinsten Wassers, seien sie nun Kaffee und Kuchen kiffende Individualanarchisten, Bier trinkende Syndikalisten, Wodka saufende Anarchokommunisten oder vegane Anarchas und Anarchos on Speed. Man kann keine Fahne hissen, ohne jemanden anzupissen. Warum auch? Fahne hissen, meine ich, anpissen kann schon mal passieren – »Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht?« pflegte Bernd immer zu sagen.
»Richtig«, sagt mein Stiefsohn Leo, »eure ganze Splittergruppenpropaganda könnt ihr euch in den Arsch stecken«. »Wohlproportioniert würden das einige unter uns mögen«, versuche ich abzulenken. Es käme drauf an, wirft er ein, eine anarchistische »Stimmung« zu erzeugen, keine Laune, keine Grille, sondern eine »Stimmung, die Laune macht auf Grillen«. – War eigentlich die Todessymbolik anarchistischer Parolen und Fahnen witzig? Warum ist der Anarchismus immer noch eine Negation? Müssen wir mit einem Ismus hausieren gehen? Wo ist endlich ein positiver Begriff für Anarchie? Ich habe keine Lust, ständig »Herrschaft« und »Archie« in den Mund zu nehmen.
Die »gewöhnliche Sense« war Kramers humorvolle Peitsche sowohl gegen das Wachstumsdiktat der Hauptströmung der kapitalistischen Unterhaltungsindustrie als auch gegen den jeweiligen Stand der permanent upzudatenden politischen Korrektheit. Karin Kramer (9.11.1939–20.3.2014) steckte voller volksbildender Ideen; sie starb viel zu früh, und Bernd Kramer (22.1.1940–5.9.2014) ihr folgerichtig viel zu früh hinterher. Ich vermisse beide sehr. Wenn ein Freund stirbt, hat man einen Wunsch frei, ich habe zwei: 1. der Karin Kramer Verlag wird weiterhin bestehen; 2. die »Ausgewählten Schriften« Bakunins werden weiterhin erscheinen; 3. Die Trauerfeier [8] für Bernd wird eine kräftige Demonstration des weltweiten und generationsübergreifenden Herrschaftsunwillens. Wir werden Mittel und Wege finden. Das sind wir Karin und Bernd schuldig. – Es lebe die Sense!
Bert Papenfuß, Berlin
In: junge Welt vom 17.09.2014, S. 13
Anmerkungen
- ↑ harm. arkdichtung 77. KULTuhr Verlag, Norbert Tefelski, Berlin, 1985
- ↑ . . . sondern einen weißen auf blauem Fond
- ↑ TrakTat zum ABER. Gerhard Wolf Janus Press, Berlin, 1996
- ↑ Auf den schwarzroten Büchern prangte ein goldener Aufkleber »Eines der schönsten Bücher. Prämiert von der Stiftung Buchkunst« – ekelhaft!
- ↑ Rumbalotte. Gedichte 1998 – 2002. Urs Engeler Editor, Basel/Weil am Rhein und Wien, 2005
- ↑ RUMBALOTTE CONTINUA. 1. Folge: Verlag Peter Engstler, Ostheim/Rhön, 2004; 2. Folge: Karin Kramer Verlag, Berlin, 2005; 3. Folge: Verlag Peter Engstler, Ostheim/Rhön, 2006; 4. Folge: Karin Kramer Verlag, Berlin, 2007; 5. Folge: Verlag Peter Engstler, Ostheim/Rhön, 2008; 6. Folge: Karin Kramer Verlag, Berlin, 2009; 7. und letzte Folge: Verlag Peter Engstler, Ostheim/Rhön, 2010
- ↑ Michael Bakunin. Ausgewählte Schriften 1. Gott und der Staat. Karin Kramer Verlag, Berlin, 2005, S. 36
- ↑ Die inneranarchistische Debatte um die Modalitäten von Bernds Trauerfeier hätte ihn köstlich amüsiert, er hätte ein Buch daraus gemacht – uns allen zur Mahnung, und wohl auch zum nachträglichen Augenauswischen.
Mögen sie unvergessen bleiben! Von Ruth E. Westerwelle
Mit großer Bestürzung habe ich erfahren, dass Bernd nun auch den Weg allen Irdischen gegangen ist. Auch wenn es mich nicht sehr wundert. Schmerzen tut es dennoch, wie auch der viel zu frühe Tod von Karin. Ich kannte beide seit über vierzig Jahre.
Doch statt vieler Worte die andere schon publizieren, nachfolgend zwei Fotos von den beiden.
Mögen sie unvergessen bleiben!
Ruth E. Westerwelle, Fotografin und Autorin
„Die Frauen der APO – mit Fotos und einem Beitrag über Karin Kramer“
Die Urkunde. Von Knobi
Bernd Kramer war für seine Postkarten, Briefe etc. unter FreundInnen und Bekannten berühmt und berüchtigt. Gerne was kopiertes, geklebtes, mit Kommentaren versehenes usw. als Hinweis, als Kommentar, als Freundschaftsbeweis oder „nur“ als Kunstobjekt. Als habe er im Zeitalter von Internet und e-mail ein Aktienpaket bei der gelben Post, liebte er es an toten Persönlichkeiten, wie an lebenden Menschen Mitteilungen zu verschicken. Er hatte daran einen Heidenspaß, vor allem wenn die Briefe an die Toten irgendwie zurück kamen.
Mit Karin war es einfacher zu telefonieren, oder sie im Laden des Verlages zu besuchen. Was schnell gehen musste, konnte auch per e-mail erledigt werden. Bei Bernd hatte ich oft das Gefühl, wenn ich ihn anrufen würde, könnte ich ihn stören etc. So wurde auf Postkarten/Briefe dann i.d.R. auch schriftlich geantwortet.
Und so kam es, als ich ihm meine kleine Besprechung zum Bodo Saggel-Buch (Der Antijurist oder die Kriminalität der schwarzen Roben. Karin Kramer Verlag. Berlin 1998) zur Information zuschickte postwendend – wie man so schön zu sagen pflegt – ein „Urkunde“ von Bernd als Dankeschön, erhielt – handkoloriert. Ich befürchte, dass es umsonst war, den „europäischen Buchmarkt [zu] beobachten [um zu sehen] wie die Verkaufszahlen in die Höhe sausen“. Dies konnte ich beim besten Willen nicht ermöglichen. Wenn ich es gekonnt hätte, dann hätte ich es ohne zu zögern gemacht. Aber trotz seines überschäumenden – natürlich etwas ironisch gemeinten Wunsches – habe ich mich über die „Urkunde“ gefreut.
Aber typisch war auch, und manchmal beklemmend, die Geldknappheit des Karin-Kramer-Verlages. Auch ich gehört mal zu jenen, in einer Zeit wo es mir vergönnt war, dem Verlag mit einem kleinen Kredit über 5.000 DM mal aushelfen zu dürfen, der ohne jegliches Nachfragen prompt und regelmäßig zu ihren Bedingungen zurück gezahlt wurde. Und so wurde die Urkunde notgedrungen mit einem finanziellen Hilferuf verbunden, ob ich nicht bei zwei gemeinsame Bekannten mal vorfühlen könnte, ob die nicht ein paar Ressourcen übrig hätten. Die Annahme, dass fast alle mehr Geld hatten als die beiden Kramers war ja nicht ganz so abwegig. Ich glaube nicht, dass Menschen sich an ein andauernden Zustand der Mittellosigkeit gewöhnen können. Und dort, wo die Fantasie grenzenlos ist, sind der Mangel an Mitteln um so schmerzhafter.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich nicht mehr so genau daran erinnere wie die Sache weitergegangen ist. Vermutlich ist nichts daraus geworden. So, wie aus einigen Ankündigungen die der Verlag machte, die dann aber aus den unterschiedlichsten Gründen dann doch nicht zustanden kamen (wie etwa die mehrbändige Jack London-Ausgabe, wo Karin diesen schreibenden Sozialrebellen und Abenteurer doch so liebte). Meinen vor Jahren schon gemachten Vorschlag mal ein Buch zu machen über die Bücher, die im Karin Kramer Verlag zwar angekündigt, aber nicht erschienen sind, fanden beide gut: „Mach mal“, hieß es dann, „die Vorschauen sind alle komplett vorhanden“. Aber leider kam es nicht dazu, weil ich eine faule Sau bin. Ideen entwickeln, und diese dann im Regen stehen zu lassen, gehört fast zu meinem Naturell. Auf der anderen Seite ist dies sicherlich auch gut so, denn ein Bestseller wäre dies sicherlich auch nicht geworden.
Jetzt sind beide nicht mehr. Der Verlag ist Geschichte. Was übrig bleibt ist die Idee – von so manchem, die persönlichen Erinnerung von zahlreichen Menschen, von dem was uns traurig gemacht hat, und dem worüber wir gemeinsam gelacht haben. Was bleibt ist, wie es auf der „Urkunde“ geschrieben steht: „Sei bestens gegrüßt“, aber diesmal von mir: Knobi.
Jochen "Knobi" Knoblauch,
Berlin, 14. September 2014
Der junge Kramer. Von Hansjörg Viesel
soll Achtung tragen, wenn er Mann sein wird...
(Schiller, Don Carlos)
Die meisten kennen Bernd als Produzent der Zwarte Boeken, wie sie Maria Hunink vom IISG Amsterdam, dem Mekka der Anarchisten, liebevoll genannt hat.





